Einstiege

Verfasst: 21st Januar 2013 von admin in Arbeitsproben, Konzepte, Konzerte

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Herangehensweise an die ersten Momente des Konzertes. Wir gehen davon aus, dass die Kinder, die wir ansprechen, erstmalige Konzertbesucher sind. Daher ist es wichtig, ihre Aufmerksamkeit plötzlich zu gewinnen und dann zu behalten. Daher finde ich es sinnvoll, diesen etwas konventionell-verkopften Konzertbeginn mit Auftritt – Stimmen – Auftritt Dirigent -  Verbeugung – kommentarlosem Beginn etwas aufzubrechen und überraschend einzusteigen.

Wir beginnen daher gerne in ein Gespräch vertieft über den Beginn sinnierend, haben meistens eine etwas humorvolle Anreisegeschichte im Gepäck und bringen die Kinder damit direkt in die Rolle mittendrin zu sein, statt bloßer Besucher zu sein. Die Atmosphäre ermöglicht etwas familiäres (bei doch meist überwiegend neuen Eindrücken), ein entdeckenden Konzertbeginn zu erleben. Zur Verdeutlichung sind unsere Einstiege der bisherigen Konzerte hier einmal beispielhaft angeführt:

Beginn Konzert: “Darf ich mitspielen?” – 2009

Ausgangssituation: Es muss eine bewusste „Sei-still-das-Konzert-fängt-an“-Atmosphäre geschaffen werden. 
Überlegung: Hell erleuchteter Saal bis 14:59 Uhr, 15:00 Uhr: Saal wird abgedunkelt, Türen werden geschlossen. 
1-2 Minuten passiert jedoch weiter nichts…
Durch den Zuschauereingang kommen Moderatoren Birgitta und Jan herein. Verschiedene Rollen denkbar 
(verspätete Zuschauer, „Altes Ehepaar“, Musiker die einen Auftritt haben). Machen sich möglicherweise übertrieben 
polternd bemerkbar. Auf der Bühne stehen im Vordergrund zwei Stühle, gut sichtbar kenntlich 
gemacht mit „B1“ und „B2“.
J: Oh nein es hat schon angefangen
B: Nur weil du nicht einparken kannst.
J: Pscht sei leise. Guck mal schon so viele Leute da…
B:und jetzt hatten wir keine Zeit mehr uns einzuspielen.
J: Wo sitzen wir denn?
B: Hier steht….B 1 und B 2.  Wir hätten uns den Saal doch vorher mal anschauen sollen.
J: B steht bestimmt für Besucherparkett
B:Oder für die zweite Reihe. A, B.
J fängt an sich in einer mittleren Reihe durchzudrängeln
J: Bestimmt für Beste Plätze 1 und 2 also etwa hier, wir müssen ja auch schnell auf die Bühne kommen 
   wenn wir dran sind.

Kurze peinliche Pause…
B: Äh...da sitzen aber schon welche (so mit zusammengebissenen Zähnen)
J: Ja die sind dann falsch, Es kann ja jeder mal einen Fehler machen. (deutet großmütig auf die Leute am Platz)
Birgitta hat in der Zwischenzeit Hinweis aus dem Publikum aufgenommen, dass die Plätze auf der Bühne sind. 
Wenn kein Hinweis kommt, suchen B und J weiter, suggerieren Hilflosigkeit Richtung Publikum.
B: Du ich glaube dort sind unsere Plätze. Deutet auf die Bühne.
J: Nein wir sind doch erst im zweiten Teil dran. Wir müssen uns doch auch noch einspielen.
B: Komisch wo sind denn die anderen?
J: Vielleicht haben die keinen Parkplatz gefunden.
B: Jedenfalls ist jetzt ist ja noch keiner da. Und wenn wir jetzt spielen, dann haben wirs doch auch hinter uns.
J: Für die Leute ist das doch doof, dann ist das Beste ja schon weg.
B: Komm wir spielen jetzt unser Stück, die Leute können dann auch nach Hause und dann ist es doch auch gut 
   gewesen. (evtl. Noch Anspielung aufs Wetter)
J: Ja gut, ohne viel Vorlauf, ohne viel drumrum. Dann mal los.
Gehen auf die Bühne, und machen sich spielfertig.
J: Meine Damen und Herren, zum Abschluss unseres Konzerts kommen wir nun zu unserem klanglichen 
   Höhepunkt: aus der spanischen Oper Carmen, vom französischen Komponisten Bizet 
   der Marsch der Toreadore.
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